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UnverträglichkeitskrankheitenWenn man sich sehr um eine gesunde Ernährung bemüht, dann steht man in einem permanenten Konflikt mit seinem Appetit. Wäre das nicht so, bräuchte man sich ja nicht darum bemühen und auch überhaupt kein Thema daraus zu machen. Man strengt sich also an, damit es klappt. Dabei reagiert man mit viel Energie auf eine ganz bestimmte Idee.Denn das ist die Kehrseite der gesunden Ernährung: Wenn bestimmte Nahrungsmittel gesund sind, dann sind wohl andere Nahrungsmittel ungesund, die man vom Appetit her eigentlich gerne essen würde. Die Idee hinter den Anstrengungen um gesunde Ernährung ist: "Dieses oder jenes Nahrungsmittel ist nicht gut für mich oder schadet mir gar." Und das verwirklicht sich dann: erst als Gefühl: Immer wenn man etwas isst, das eigentlich nicht richtig ist, hat man das Gefühl "Das ist nicht gut für mich" In der Folge strengt man sich mehr an. Dann verwirklicht es sich als Erfahrung: Der Körper beginnt erste Unverträglichkeitserscheinungen zu produzieren. Und wenn man sich dann noch mehr anstrengt, hat man irgendwann eine der vielen Unverträglichkeitskrankheiten am Hals: Nun ist es eine Tatsache, dass bestimmte Nahrungsmittel nicht gut für den Körper sind. Man verträgt sie nicht mehr. Der Körper hat materialisiert und als Erfahrung verwirklicht, woran man die ganze Zeit geglaubt hat: "Nahrungsmittel xy ist nicht gut für mich." Nun kann man das entsprechende Nahrungsmittel nicht mehr essen. Das Verhalten, welches als Reaktion auf die materielle Verwirklichung nun erzwungenermaßen erfolgt liegt sozusagen in einer Linie mit dem Verhalten, welches zu der Verwirklichung geführt hat. Denn auch vorher hat man sich ja darum bemüht, bestimmte Nahrungsmittel nicht zu essen, weil man dachte, sie wären nicht gut für den Körper. Da war es noch eine Idee. Und jetzt ist es eine materielle Tatsache. Wenn man aber einmal in der Situation ist: Wie kommt man da wieder heraus? Indem man beginnt nach neuen Ideen zu handeln - in dem Rahmen der möglich ist - in den vorhandenen Freiheitsgraden. Diese Ideen wären:
Oder wie man das auch immer individuell für sich formulieren möchte. Ich selbst verbinde innerlich diese Ideen mit der Vorstellung der Welt als eines großen, reichhaltigen, wunderbaren Buffets an dem man sich vertrauensvoll nach Herzenslust bedienen kann. Und diese Vorstellung ist eigentlich eine Tatsache, die aber in all dem "Bio", "gesund" und "reduziert" völlig untergehen kann. Und übrigens: Qualität ist wichtiger als "Bio". Und für Qualität gibt es einen absolut herausragenden Experten: den eigenen Körper. Er reagiert auf Qualität, indem er es mag. Nun ist es so, dass die Ernährung tatsächlich problematisch sein kann. Das heißt, es kommt vor, dass das Essen von der natürlichen Führung durch den Appetit abgetrennt ist. Dort gibt es dann ein Ernährungsproblem. Aber es liegt auf einer anderen Ebene. Rationale Kontrolle entsprechend gesunder Ernährung kann dieses Problem nicht lösen. Es muss auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist: Das Essen wird als Ersatzbefriedigung missbraucht. Das heißt, es wird zum Beispiel mehr gegessen als der Körper braucht und vielleicht ein übergroßer Anteil Süßigkeiten. Damit teilt sich das Essen auf in 2 Funktionen: 1. die für den Körper notwendige Nahrungsaufnahme 2. Befriedigung erlangen, die man anderweitig nicht erreicht Das Ringen um gesunde Ernährung oder Idealgewicht trifft nun genau die Ebene, die es gar nicht betrifft: da, wo sich der Körper holt, was er braucht. Und genau auf der Ebene entstehen dann auch die Probleme. Gleichzeitig wird aber die andere Ebene der Ersatzbefriedigung nicht angetastet. Das geht nämlich nicht, ohne sich den Ursachen dafür zuzuwenden. Wie das Problem auf der richtigen Ebene gelöst werden kann, damit beschäftigt sich das Kapitel "Sucht". So wie die Gesamtentwicklung, um die es in diesem Buch geht darauf abzielt, den eigenen Willen immer besser zur Entfaltung zu bringen, indem einschränkende Annahmen erkannt und aufgegeben werden, so geht es im Bereich der Ernährung ebenfalls darum einschränkende Annahmen aufzugeben, um den tatsächlichen Bedürfnissen des Körpers immer besser gerecht werden zu können. Und das ist dann eine gute Ernährung. |
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